
Bündnis "Gentechnikfreier Landkreis Roth" weist auf Dokumentarfilm aus dem Jahr 2007 hin
Der Dokumentarfilm erkundet das Reich des US-amerikanischen Konzerns "Monsanto Chemical Works", dem weltweiten Marktführer für Biotechnologie. Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt "Monsanto" auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde, stellte es doch das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid "Agent Orange" her. Heute sind 90 Prozent der angebauten gentechnisch veränderten Organismen "Monsanto"-Patente. Diesen Umstand halten viele für bedenklich.
Traurige Berühmtheit von Monsanto
Das 1901 in St. Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen "Monsanto Chemical Works" war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde.
In der Vergangenheit machte "Monsanto" mehrfach von sich reden. Das Unternehmen produzierte das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid Agent Orange, das heute als chemischer Kampfstoff klassifiziert ist. Zur Produktpalette gehört ferner der umstrittene Süßstoff Aspartam, das Wachstumshormon rBST zur Steigerung der Milchleistung von Rindern sowie die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB, die in Deutschland unter dem Namen Clophen bekannt ist und seit Beginn der 80er Jahre als hochgiftig eingestuft wird.
Monsanto hält Patente auf 90 % derzeit angebauter gentechnisch veränderter Organismen
Heute ist "Monsanto" weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie. 90 Prozent der heute derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen, unter anderem Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind "Monsanto"-Patente. Und über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren. Überall auf der Welt gibt es mittlerweile transgene Organismen von "Monsanto". Aber noch nie hat ein agro-industrielles Patent so sehr die Gemüter erhitzt. Der Dokumentarfilm fragt nach den Gründen für die Aufregung und erklärt, worum es bei gentechnisch veränderten Organismen überhaupt geht. Am Ende steht die Frage, ob "Monsanto"-Produkte Fluch oder Segen für die Menschheit sind.
Image des umweltfreundlichen Konzerns kontra gnadenlos nach Marktführerschaft strebende Unternehmenspolitik
Der Dokumentarfilm stützt sich auf bisher unveröffentlichte Dokumente und auf Stellungnahmen von Wissenschaftlern, Vertretern von Bürgerinitiativen, Geschädigten, Rechtsanwälten, Politikern sowie Vertretern der staatlichen Food and Drug Administration (FDA).
Die mit dem angesehenen Journalistenpreis "Albert Londres" ausgezeichnete Regisseurin Marie-Monique Robin hat drei Jahre in Nord- und Südamerika sowie in Europa und Asien recherchiert. Sie hat mit Bauern in Indien, Mexiko und Paraguay gesprochen, um die Geschichte des heute vielleicht mächtigsten Samenherstellers der Welt zu rekonstruieren. Dabei zeichnete sich hinter dem von den Werbekampagnen bedienten Image des sauberen und umweltfreundlichen Konzerns eine gnadenlos nach Marktführerschaft strebende Unternehmenspolitik ab. (Quelle: Arte tv)
Der amerikanische Multi Monsanto ist weltweit führender Hersteller von Transgen-Produkten und gilt als einer der größten Umweltverschmutzer des Industriezeitalters (die Firma vertreibt u. a. PCB – in Deutschland unter dem Namen „Claphen“ bekannt -, Agent Orange, Wachstumshormone sowie Totalherbizide, auch „Roundups“ genannt).
Nach dreijährigen Recherchen in Nord- und Südamerika, Europa und Asien zeichnet die Dokumentation die Entstehung des Industrieimperiums Monsanto nach, das durch Lügen, Kungelei mit der US-Regierung, Druck und Korruptionsversuche zu einem der größten Saatguthersteller der Welt avancierte.
Zu Wort kommen Forscher, Giftstoff-Opfern, Anwälte, Politiker sowie Mitarbeiter der US-Zulassungsbehörde (Food and Drug Administration) und der amerikanischen Umweltagentur (Environmental Protection Agency). Hinter dem durch Werbung propagierten Bild eines sauberen, umweltbewussten Unternehmens verbirgt sich ein umweltschädliches, die weltweite Ernährungssicherheit gefährdendes Hegemoniestreben.
Diskussion im Anschluss
Nach der Ausstrahlung des Films "Monsanto, mit Gift und Genen", folgt eine Gesprächsrunde. Die Aufzeichnung der Debatte wird als Video ab Mittwoch, 12. März, beim Sender ARTE f zur Verfügung stehen.